Wer kennt es nicht? Die Suche nach dem Sinn....

Bitte höre nicht auf zu träumen, von einer besseren Welt, fangen wir an aufzuräumen, bau sie auf wie sie dir gefällt.

Du bist die Zukunft, du bist dein Glück, du treibst uns in die höchsten Höhen und sicher wieder auf den Boden zurück…

(Xavier Naidoo / Bitte hör nicht auf zu träumen)

 

Vor 22 Jahren (als ich 15 Jahre alt war) verlies ich meine Welt, meine Heimat, meine Familie. Ich floh aus den Erinnerungen, aus den schmerzhaften Erfahrungen meiner Kindheit und wollte einfach nur „vergessen“. Wenn meine Freunde, meine Schwester und ich heute zusammensitzen und über unser altes Leben sprechen, würde man niemals davon ausgehen, dass wir unsere Kindheit gemeinsam verbracht hätten.

 

Ich machte mich also auf den Weg, allerdings auf der Suche nach mir selbst. Das war mir natürlich damals mit 15 Jahren nicht klar. Ich wollte nur weit weg, weit weg von allem was mich an meine Kindheit erinnert, selbst wenn es meine geliebte Familie war und dachte so an eine bessere Zukunft für mich selbst. Einfach so, ohne etwas zu tun, einfach nur zu fliehen. Ort und Erinnerungen hinter mich lassen…

 

Ich glaube, dass ich in etwa 6 Jahre alt war, als ich das erste Mal „starb“. Ich starb innerlich und beschloss, nie wieder jemals zu lachen. Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Von diesem Tag an, fehlte mir dann jedoch jegliche Erinnerung bis mich vor ca. 10 Jahren, nach einer Reihe persönlicher Schicksalsschläge, meine Kindheit und Vergangenheit einholte wie ein Paukenschlag und die allzu bekannte Ohnmacht und Verzweiflung war mit einem Mal zurück und raubte mir jegliche Möglichkeit ein „normales Leben“ führen zu können. Ich stellte mich meiner Vergangenheit und arbeitete jahrelang an den Erlebnissen und Traumas und stellte fest, dass nichts ohne Grund passiert.

 

Ich wäre nicht der Mensch der ich heute bin, hätte ich nicht mein Leben so erlebt, wie ich es erlebt habe. Ich versuchte jahrelang jemand anders zu sein. Versteckte meine Identität, verleugnete meine wahren Wünsche und Gedanken.

 

Ich glaube, dass wir, über 7 Milliarden Menschen, die wir heute sind, einen Grund haben hier zu sein und glaube nicht an Zufälle. Ich glaube nicht an ein zufälliges Zusammentreffen einer Samen- und Eizelle, sondern ich glaube an einen Sinn unseres Daseins. Nicht im moralischen Sinne, sondern aus tiefster Überzeugung.

 

Oft werde ich missverstanden, wenn ich das sage. Ich spreche in diesem Moment nicht davon, dass wir nun alle unser gewohntes Leben hinschmeißen sollten und uns auf humanitäre Mission nach Afrika begeben. Nein, überhaupt nicht. Dieser Weg ist meine Entscheidung. Meine Erfüllung. Meine Leidenschaft. Mein Weg.

 

Ich glaube einfach fest daran, dass, wenn jeder von uns einen Weg und die Möglichkeit gefunden hat zufrieden und glücklich für sich leben zu können und den Sinn gefunden hat, die Welt, etwas friedlicher und vielleicht sogar etwas besser wäre.

 

Ich betone immer wieder, dass ich die Organisation Tumaini Outreach Kenya aus Leidenschaft gegründet habe. Ich habe diese Organisation aus einer 100%igen Überzeugung gegründet. Es ist keine Arbeit für mich, sondern eine Aufgabe, für die ich mich entschieden habe. Es war sicherlich keine leichte Entscheidung.  So sehr ich mit Leidenschaft hinter dieser Organisation stehe, so ernst nehme ich meine Aufgabe. Ich habe sie nicht gegründet um Anerkennung oder gar Mitleid zu empfangen, oder, um mir ein Einkommen zu schaffen auf Kosten benachteiligter Menschen, die auf unserer Erde leben, sondern, weil ich ganz fest daran glaube, dass jeder Mensch das in seinem Leben machen sollte, was er am besten kann und liebt.

 

Ich empfinde meine Privilegien des Hörens, des Sehens, der Sprache, des Fühlens, die Art und Weise mich überall auf der Welt bewegen zu können, wenn ich nur will; die unglaubliche Möglichkeit, die das 21. Jahrhundert in „unserer Welt“ bietet, als unglaubliches Geschenk und möchte etwas damit erschaffen und etwas zurückgeben. Etwas von meinen Möglichkeiten, die ich für Selbstverständlich hielt und vielen anderen einfach verwehrt wird, weiterzugeben. Damit die Menschen so wie Du und ich, den eigenen Weg und den eigenen Sinn des Daseins finden können.

 

Für meine Schwester Kathi, ohne sie hätte ich niemals die Chance gehabt, mein Leben so wie es heute leben darf, zu leben.

Mein größtes Vorbild und großartigster Mensch den ich kenne.

Ich liebe dich unendlich!

 

Meine Schwester hatte immer den richtigen Sinn dafür, im richtigen Moment die richtigen Gefühle und Maßnahmen für jegliche Situation zu ergreifen. Sie liebte unsere Familie grenzenlos. Auch heute hat sie ihren Sinn in ihrer Familie gefunden. Sie liebt grenzenlos und macht sich und ihre Familie glücklich. Sie hat eine Familie aus Leidenschaft gegründet. Sie liebt ihre Kinder mit einer Ehrlichkeit und Offenheit und ihre Kinder geben dies bereits jetzt in jüngsten Jahren an die Welt zurück und werden, wie meine Schwester damals, auch ihren Weg gehen und so, das Schöne und Gute, weiterschenken.

 

 

 

 

(Bild Quelle, Facebook, fb/davidavocadowolfe)