Unser Projekt in Kajiado (Maasailand)

 

Unser Einsatzgebiet:

 

Kajiado County ist ein County im Süden von Kenia. Im County leben ca. 700.000 Menschen auf 21.292,7 km².

Die meisten Menschen im County gehören zu den Maasai und leben als Halbnomaden von der Viehhaltung. Die Region gilt als Halbwüste. Mit nur drei ständig wasserführenden Flüssen ist die Wasserversorgung ein großes Problem. Die anhaltende Dürre zwingt die Männer und Jungs mit ihrer Herde oft wochenlang auf Wassersuche. Die Frauen kümmern sich um den Haushalt und die Kinder. Die meisten Menschen der Maasai können weder lesen noch schreiben.

 Was bedeutet FGM:

 

FGM – Weibliche Genitalverstümmelung

 

„FGM“ abgekürzt für die weibliche Genitalverstümmelung ist eine Menschenrechtsverletzung, von der Mädchen und Frauen weltweit betroffen sind. Mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen sind Opfer von FGM. Eine Kultur – eine Tradition die durch Unwissenheit und Ignoranz in über 30 Ländern dieser Welt nach wie vor vollzogen wird. Die exakten Zahlen der weltweiten Verbreitung von FGM sind allerdings unbekannt. In unserem Einsatzgebiet in Kenia - Kajiado werden schätzungsweise 98% der Mädchen verstümmelt. 2011 wurde in Kenia ein Gesetz gegen FGM erlassen. Der Kampf ist hart und der Weg ist noch weit.

 

Die Genitalverstümmelung ist unter anderem eine über 5.000 Jahre alte Tradition der Maasai. Das Mädchen wird zur Frau und wird so auf die Ehe vorbereitet. Dieses Ritual findet bei Mädchen im Alter zwischen 10 Jahren und 16 Jahren statt. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass die Mädchen stets jünger werden.

 

Kühe sind ein Zeichen für Wohlstand und Stabilität in der Maasai-Gemeinschaft. Kühe und Ziegen werden der Familie für die Braut übergeben. Der Bräutigam sucht sich die Braut aus, wobei die Eltern ein Mitspracherecht haben. Die Braut hat weder ein Mitspracherecht noch wird ihr Einverständnis vorausgesetzt. Die Männer der Maasai leben polygam. Der Mann kann so viele Frauen haben, wie es die Anzahl seiner Tiere ihm erlaubt.

 

Nicht beschnittene Mädchen werden verstoßen. Sie dürfen nicht heiraten und werden von den Dorfbewohnern geächtet. Nicht beschnittene Frauen dürfen weder kochen noch Wasser besorgen.

 

Unwissenheit - Armut und die ständig anhaltende Dürre zwingt die meisten Frauen, ihre eigenen Töchter, dasselbe Schicksal leiden zu lassen, welches sie selbst erlebten, weil sie keinen anderen Ausweg wissen und auf die Hilfe und die Unterstützung der Dorfbewohner angewiesen sind.

 

Was tun wir gegen “ FGM und Zwangsehen“?

 

 

Wissen, Information und Bildung ist Macht

 

Unser Team reist unermüdlich im Maasailand „Kajiado“ von Dorf zu Dorf und liefert wertvolle Informationen über die Risiken und Mythen von FGM. Die meisten Frauen haben nie eine Schule besucht. Können weder lesen noch schreiben. Sie kennen ihre Rechte nicht. Unsere „Maasai Lady“ Catherine versucht während ihrer Aufenthalte – nach Einverständnis der Dorfältesten – eine Beziehung zu den Frauen in den Dörfern aufzubauen. Sie schafft Vertrauen und erklärt ihnen ihre Werte und ihre Rechte. So unvorstellbar es für uns auch klingen mag.  Auch die Männer der Maasai werden in die Aufklärungsarbeiten miteinbezogen. Anders als bei den Frauen ist hier durchaus die Ignoranz ein großes Problem. Einfühlungsvermögen und eine starke Stimme zugleich ist Catherine´s Gabe.

 

Neben diesem Programm bieten wir auch Schutz für die Mädchen. Nicht alle reagieren positiv auf unsere Arbeit und lehnen unsere Unterstützung ab. Betroffenen Mädchen, wollen wir ein Leben in Sicherheit und Geborgenheit bieten. Wir ermöglichen ihnen eine Schulbildung wie auch psychologische Betreuung in Extremsituationen.  Die Betreuung der Mädchen ist individuell. Wenn sich das Mädchen zu Hause in Sicherheit befindet, wird sie natürlich dort unterstützt. Wir fördern die Familienzusammengehörigkeit und wollen Kinder ungern aus ihrem gewohnten Umfeld entreißen. Allerdings steht die Sicherheit der Mädchen an erster Stelle, daher werden sie oft bei Verwandten oder Familien untergebracht, die sich dazu bereit erklärt haben, die Verantwortung für das oder die Mädchen zu übernehmen.  

 

Wir wollen ihnen dabei helfen, die Stärke der eigenen Stimme zu entdecken und das eigene Potenzial zu erkennen. Wir wollen ihnen dabei helfen die Gegebenheiten vor Ort zu nutzen. Diese Art von Hilfe zur Selbsthilfe soll die jungen Menschen dabei unterstützen selbst wiederum zu einer positiven Entwicklung in ihrer Gemeinschaft beizutragen. Wir arbeiten auf Augenhöhe. Wir nehmen unsere Arbeit sehr ernst. Wir scheuen keine Konflikte. Hand in Hand gehen wir diesen Weg, um einen Unterschied zu machen.

 

12 Mädchen und 2 Familien werden zurzeit durch unsere Organisation unterstützt. Wir suchen dringend weitere Paten und Mitglieder, da die finanziellen Mittel noch nicht ausreichen um allen eine Schulbildung zu ermöglichen.